Was ist Lindy Hop?

Entdecke die Welt des Lindy hop!

Wer nach Lindy hop fragt wird ein Wort ganz besonders oft hören:

SPAß!

Während Salsa meist als „sexy“ bezeichnet wird und Tango mit dem Wort „Leidenschaft“ verbunden wird, ist der Begriff der Lindy hop am besten beschreibt auf jeden Fall „Spaß“. Und diese Lebensfreude ist sogar erklärtes Ziel im Swing tanzen: Lindy hop bringt dich zum Lächeln und zum Lachen und lässt dich ganz den Moment genießen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, was daran so spaßig ist? Ist es so witzig? Oder sind die Lehrer so gute Entertainer? Das stimmt zwar beides, aber der Spaß beim Lindy hop tanzen kommt viel mehr davon, dass es gleichzeitig individuell und persönlich ist und man sich in einer Gemeinschaft wiederfindet, die besonders offen und aktiv ist.

 

Swing-dance-pictures

Freunde finden, Freunde treffen, du selbst sein

Ob alleine, mit deinen Freunden oder deinem/r Partner/in. Beim Lindy hop ist jeder herzlich willkommen und du lernst ganz schnell viele Leute kennen. Am Ende eines Tanzabends kennst du bereits den Großteil der Gruppe, denn wenn du die „Sprache“ des Lindy hop lernst, dann kannst du sie genau wie bei anderen Sprachen einsetzen, um mit den verschiedensten Leuten zu kommunizieren. Und das beginnt schon im Unterricht. Da heißt es nämlich „High-five und wechseln, bitte!“: man bedankt sich beim jetzigen Partner mit einem high-five und wechselt zum nächsten Tänzer. Das Wechseln der Tanzpartner hilft nicht nur, das Führen und Folgen genauer zu üben, sondern lässt dich auch deine Mittänzer/innen kennen lernen.

Bei den Tanzparties wird ebenso informell aufgefordert. Du kannst zu jedem/r Tänzer/in gehen und einfach fragen ob er oder sie Lust hat zu tanzen. Es gibt keine strengen Regeln, keine „Damen-“ oder „Herrenwahl“. Und auch Unterschiede im Tanzniveau spielen keine Rolle. Anfänger tanzen nicht nur untereinander sondern ganz genauso mit Fortgeschrittenen und den Lehrern.

Gleichberechtigung und individueller Ausdruck

Als Paartanz gibt es beim Lindy hop zwar das klassische Konzept des Führens und Folgens, aber es viel gleichberechtigter getanzt: Jede/r einzelne/r kann für sich entscheiden, wie die Bewegungen getanzt werden, ohne dabei die Verbindung zur/m Partner/in aufzugeben. Manchmal möchtest du vielleicht komplett synchrone Schritte machen und auch die kleinsten Bewegungen harmonisieren. Oder manchmal lieber deiner Kreativität freien Lauf lassen und die gemeinsamen Bewegungen variieren und individuell verzieren. Die Verbindung zur/m Partner/in bleibt immer Teil des Tanzes, aber sie stellt keinen Zwang dar, sondern ist ein Symbol des Respekts und der Neugier auf den anderen.  Hier ein Beispiel von zwei Top-Tänzern, die für einen Tanzwettbewerb einander zugelost wurden. Man sieht ganz toll, dass beide ihren eigenen Stil und Individualität haben und sich gleichzeitig ganz aufeinander einlassen:

Im Unterricht lernst du die Grundlagen und Technik der Tanzkommunikation, mit ausdrücken kannst, ob du zum Beispiel ganz sanft und entspannt tanzen möchtest, oder ob du es krachen lassen willst und richtig Dampf machen möchtest. Gemütlich oder Fitness-Workout – das entscheidest du in der jeweiligen Situation, mit deiner/m Partner/in, je nach Musik und Laune.

Hier zwei Beispiele, wie unterschiedlich man Swing tanzen kann:

Soft und easy

mit Volldampf


Hier beschreibt Romy Greiner – inzwischen passionierte Lindy hop Tänzerin – , was ihr durch den Kopf ging, als sie Lindy hop zum ersten Mal sah und erlebte:

„Lindy was?“ ist meine erste Reaktion, als mir die lockige Brünette atemlos erklärt, welchen Tanz sie gerade mit zwei Dutzend Mitstreitern inmitten der Heidelberger Innenstadt präsentiert hat. Es ist Samstag, der Uniplatz voll mit Menschen, und plötzlich hat sich aus dem Gedränge eine Formation von Tänzern gebildet, die zu energiegeladener Swing-Musik eine flotte Sohle auf’s Straßenpflaster legen. Junge Männer mit Hosenträgern wirbeln ihre hüftschwingenden Tanzpartnerinnen um sich herum, lederbeschuhte Füße kicken in die Luft, und bunte Röcke folgen der Fliehkraft. Was für ein Spektakel! Doch was mich am meisten begeistert, ist, was ich in den Gesichtern der Tänzer lese: pure Lebensfreude. „Lindy-Hop!“, antwortet die lockige Brünette, die sich als Caro vorstellt, „wir tanzen Lindy-Hop. Macht echt Spaß, probier’s auch mal!“ Tanzen? Ich? Bis auf einen etwas verunglückten Foxtrott beim Abiball bin ich in diesem Bereich nicht gerade erfahren, und außerdem habe ich gar keinen Partner. Aber Caro ermuntert mich: „Macht nichts, komm einfach am Dienstag vorbei und schau, ob es dir gefällt.“ Einen Dienstag und ein breites Lächeln auf meinen Lippen später weiß ich, dass Lindy-Hop wirklich Spaß macht und ich unbedingt dabei bleiben will. Was ich noch nicht weiß, ist, dass ich eine neue Welt betreten habe. Denn Lindy-Hop ist so viel mehr als ein Tanz!


Ein kleiner Einblick in die Geschichte des Lindy Hop 

Beliebte Kinofilme wie „Der große Gatsby“ und „Midnight in Paris“ haben die wilden Zwanziger und den Charleston als Tanz in den letzten Jahren wieder auf die Leinwand gebracht. Lindy hop entstand aus dieser Ära als die Jazzmusik und die dazugehörigen Tänze sich aus den 1920er und 30er Jahren weiterentwickelten.

Hier haben wir euch ein paar historische Momente des Lindy hop und Charleston zusammengestellt. Die Videos sind dabei unterhaltsam und geben auch einen Einblick in die Kultur des Swingtanzens. Viel Spaß damit!


Der Charleston und seine Variationen.


Ein charmanter Klassiker: zwei Männer, eine Frau.


Die älteste verfügbare Aufnahme: sie zeigt den Übergang vom (Partner-)Charleston zum Lindy hop.


Das Kultvideo: die beste Lindy Hop Szene, die jemals auf Film gebannt wurde ist zu sehen in „Hellzapoppin'“ (1941).


Ein lustiges Video mit „Anleitungen“ namens „Groovie Movie“ aus dem Jahr 1944.


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